Auf geht’s!

Arztvorträge, regionale Treffen, Selbsthilfegruppen-Teilnahme, Sport und Entspannung, Tanz- und Klettern, Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie, Online-Kurse und vieles mehr………………………
Ich inspiziere die Liste mit Angeboten und Aktivitäten.
Das Problem für mich ist nicht das fehlende Angebot, sondern eher die „Initiativkraft”, das Angebotene zu nützen.

Initiativkraft! Was steckt eigentlich dahinter?
Ich würde sagen, der erste Schritt, die Entschlusskraft etwas zu tun. Der Anstoß etwas in die Tat umzusetzen. Letztendlich der Schwung!

Das kann doch nicht so schwer sein, oder? Auf geht’s!
Ich nehme mir auch gleich fest vor, morgen endlich mit dem Lauftraining zu beginnen. Betonung liegt auf „vornehmen“, aber -wie ich mich kenne- um es dann letztendlich doch nicht zu tun. Es wäre ganz einfach: raus an die frische Luft! Aber was mache ich? – Fenster öffnen! Das ist auch wie rausgehen.

Aber warum fällt es mir manchmal so schwer, den ersten Schritt zu gehen und ins Handeln zu kommen?
Bin ich vielleicht innerlich noch immer nicht bereit, mich von dem Leben zu lösen, das ich ursprünglich geplant hatte. Nicht bereit mich auf ein anderes, neues Leben einzulassen, das mich mit Parkinson erwartet? Oder warte ich auf den perfekten Moment? Napoleon Hill schrieb: „Warte nicht. Der Zeitpunkt wird niemals genau richtig sein.“
O.k. das habe ich verstanden. Dennoch: Der kritische Punkt zwischen Wollen und Handeln ist das Anfangen, der erste Schritt. Und……., ich finde immer eine Ausrede, etwas nicht zu tun.
Aber so unmotiviert bin ich eigentlich gar nicht:
In Wirklichkeit habe ich heute doch schon viel gemacht: mit den Socken über den Boden geschlurft! Also, quasi schon geputzt!
Außerdem habe ich mich im Internet etwas durch das Fitness-Studio geklickt. Trainingseinheit somit erledigt!!
Und Einiges von der „To do“-Liste auf die „Mach-ich-ganz-sicher-Morgen-Liste“ gesetzt. Das kann ich also auch abhaken.

Sind meine Versuche von vornherein so halbherzig angelegt, dass sie nur scheitern können oder fehlen mir „nur“ Entschlossenheit und Energie? Was motiviert mich wirklich? Wer oder was treibt mich an. Antrieb – genau das ist es:
Ich brauche einen Motor, einen menschlichen Motor, quasi Komplizen. Menschen, die mich mitreißen. ziehen, schubsen oder herausfordern.
Da fallen mir spontan meine Familie und meine Kollegen ein! Sie schaffen es, dass ich mich in kritischen Phasen zusammenreiße. Sie inspirieren und beflügeln mich.

Manchmal hilft es, sich zusammenzutun, die Anderen aufzufordern und mitzureißen. Der Philosoph und Schriftsteller R.W. Emerson formulierte es so: „Was uns im Leben am meisten nottut, ist ein Mensch, der uns zu dem zwingt, was wir können“. Da ist was Wahres dran.
Wer es schafft, einem Menschen „Dampf“ zu machen, hilft ihm, über seine bisherigen Grenzen hinauszuwachsen.

Es bleibt uns überlassen, ob wir neugierig bleiben und was wir aus unserem Leben machen. Überlassen wir es nicht Parkinson, was er aus uns macht.

Auf geht’s!


Canty

teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.

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