Auf einmal ist man Vorstand

Nadine

Vor fast genau einem Jahr stand ich in Dorsten vor der Stadtteilkonferenz .
Ich wollte eine Selbsthilfegruppe gründen. Da ich nicht wusste wie und was ich dazu brauchte, habe ich den Tipp bekommen dort nachzufragen. Gesagt, getan…. ich habe gefragt. Parkinson Youngster ist genau genommen auf der Stadtteilkonferenz Dorsten MiTte entstanden.
Nun wie der Zufall es so wollte, haben wir dann auch- mit zeitlicher Verzögerung- noch die endgültige Satzung zu Gründung des Vereins, im Büro von wir machen MITte beschlossen.
Ich denke das ist auch der Grund, warum ich mich Mit dem Projekt MITte so identifiziere. Nun, was allerdings alles passiert ist, seit dem ich mich dazu entschlossen habe eine Selbsthilfegruppe zu gründen, das ist schon der Wahnsinn.
Ich bin nicht der typische Vereinsvorstand, das ist mir klar. Ich bin einfach ich! Nicht immer politische korrekt und auch Mache ich mir nicht immer Gedanken über Befindlichkeiten. Aber das wichtigste ist doch das Ziel und das bekomme ich meistens gut hin. Ich möchte am liebsten die Welt retten, aber ich fürchte das wird schwer. Nun was ist mir so wichtig an dem Projekt HELFEN? Ich habe so viele tolle Menschen kennen gelernt, die niemals ohne Youngster in meine Leben gekommen waren. Aber da gibt es auch die anderen, auf die ich gerne verzichtet hätte.
So ist das wohl auch, diese Menschen gehören dazu. Sie sind ein Teil von mir, denn wenn ich recht überlege, dann sind es eigentlich immer meine Kritiker, die mich anspornen. Ein Beispiel, als ich klein war sagte ein Onkel zu mir beziehungsweise zu meinen Eltern „Ihr könnt von Glück reden, wenn Nadine es auf die Hauptschule schafft“. Die ist noch nicht einmal in der Lage zu schreiben. Vorweg zu meinem Onkel habe ich keinen Kontakt mehr. Wenig später hörte ich, dass ich immer mit seinem Sohn verglichen wurde, der deutlich älter war als ich!
Ich dachte, ich habe LRS, aber dumm bin ich deswegen keinesfalls. Meine Schullaufbahn wurde jedenfalls immer an den Leistungen meines Cousins gemessen, der im Übrigen keine Defizite hatte. Und soll ich euch, was sagen das hat geklappt ich war besser:).
So bin ich, wenn man mir Steine in den Weg legt, dann bleibe ich nicht einfach stehen. Ich fange an sie wegzuräumen. Da kann auch Parkinson mich nicht dran hindern!
Was meine ehrenamtlich Zeit anbelangt, sie tut mir gut. Ich kann die Visionen in meinem Kopf ausleben und umsetzen. Das Selbsthilfecamp ist eines davon, es hat mir einfach keine Ruhe gelassen. Und das, obwohl mir jeder aber wirklich jeder davon abgeraten hat, einen Verein zu gründen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich eines grundsätzlich nur schwer akzeptieren kann und das ist, wenn man sagt ich kann etwas nicht oder soll es besser lassen. Die Sorgen zu äußern klar das geht, aber mein Leben meine Entscheidung. Ich denke viele sehen immer noch die kleine Dini in mir. Aber ich kann euch beruhigen, ich komme schon klar, sehr gut sogar. Ich denke ich habe schon mehr mitgemacht, als viele überhaupt ertragen könnten . Wie ihr seht hat es mir nicht geschadet, maximal gestärkt.
Es gibt Menschen, die sind einfach zum Kämpfer geboren. Ich gehöre Definitiv zu diesen Personen!

Nadine