Auf einmal ist man Vorstand (Teil 2)

Mit meiner Gruppe sind ganz besondere Menschen in mein Leben gekommen. Angefangen hat es beim ersten Gruppentreffen mit dem Lutz.

Der Arme! Eigentlich wollte er nur zu Selbsthilfe. Was soll ich sagen, Lutz strahlte gleich eine gewisse Kompetenz aus. Er ist komplett anders als ich, das war der Grund warum ich gefragt habe, ob er mich bei der Arbeit unterstützen möchte.

Heute sitzt er mit mir im Vorstand, er ist Kassenwart. Ohne Lutz in der Position hätte ich den Verein auch nicht gegründet. Denn was gibt es wichtigeres als den Kassenwart? Aber nicht nur das. Lutz ist auch die ruhige Seele. Er hebt immer wieder die Hand und sagt: Stop. Genauso ist sein Lieblingsspruch: Erst kommt Schritt eins, dann kommt Schritt zwei.

Es ist gut, wenn man so jemanden hat. Vor allem wenn man so ist wie ich. Denn wenn Lutz noch langsam Schritt eins und dann Schritt zwei läuft, bin ich schon bei sieben und acht angekommen. Er muss mich bremsen in meinem Tun und das ist gut so.

Was allerdings die Zusammenarbeit vom ersten Tag so und unkompliziert gemacht hat, ist das wir uns einig sind, wir haben die selben Vorstellungen wie Selbsthilfe laufen soll. Natürlich diskutieren wir auch. Aber im Großen und Ganzen treffen wir Entscheidungen relativ schnell.
Was mir persönlich am besten gefällt, ist natürlich der persönliche Kontakt. Es es wichtig zu sehen, dass man nicht alleine ist. Was meine Gruppe anbelangt, finde ich ganz besonders gut, dass sie mich auffängt. Ja, genauso ist es. In meiner Gruppe kann auch ich mich vorne hinsetzen und weinen. Wie sag ich immer, auch ich habe ein bisschen Parkinson.

Ich glaube, dass meine Gruppenteilnehmer mich sehr gut kennen. Ich finde gut, dass ich nicht die Starke spielen muss, nur weil ich die Leiterin bin oder die Gründerin, oder nur die erste Vorsitzende. Ich kann mich genau so hinsetzen in meiner Gruppe und meine Ängste und Sorgen loswerden und vor allem auch einfach mal weinen.

Was meine Arbeit in der Vereinstätigkeit anbelangt, möchte ich sagen, dass die Ideen die Youngster so hat, einfach meine Vision sind, die ich einfach versuche umsetzen. Und da man das nicht allein schaffen kann, frage ich einfach. Keiner muss irgendetwas alleine schaffen, es gibt genug Menschen die bereit sind zu helfen. Man muss einfach nur freundlich nachfragen. Ja, auch das bin ich. Ich frage einfach, ich schreibe einfach eine E-Mail und frage nach. Was soll schon passieren, außer dass ein “Nein” kommt oder keine Reaktion. Aber wenn man Glück hat, kommt ein “Ja”!

Nadine

teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.

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