Also, die Diagnose steht : PARKINSON

Jetzt bin mal ich dran. Ich muss mir überlegen, wie ich damit umgehe. Es scheint so, als ob ich IHN nicht wieder los werde. Ich habe also viel gelesen, nicht im Internet, das hat mich, wenn ich reingeschaut habe, nur noch weiter runter gezogen. Wie gesagt, viel verstanden habe ich nicht.

Kurz nach meiner Diagnose hörte ich von einem Infotag im Krankenhaus Harburg, also eine Freundin gefragt, ob sie mitgeht und dann hab ich uns angemeldet. Gut, ich hab gesehen, ich bin nicht alleine und es sind viele junge Leute dabei. Der Tag war sehr gut
aufgebaut, nur leider habe ich fast nichts verstanden und bei vielen Dingen wollte ich auch nicht zuhören. Vielleicht habe ich Glück mit meinem Parki, aber wo das hinführen kann, hat mich sehr beängstigt. Ich war froh, eine Freundin an meiner Seite zu haben. Am Ende bin ich mit vielen Fragezeichen aber auch mit vielen Infos nach Hause gefahren.
Ich wollte mehr erfahren. Also ab in eine Selbsthilfegruppe. Zum Anfang hab ich wirklich nur zugehört und bei den Gesprächen über die Symptome hab ich nur gestaunt. Die Stimme wird leiser, die Schrift undeutlicher , schlaflose Nächte…
Wie lange brodelt das schon in mir? Das waren alles Dinge, die man mir seit Monaten nachsagte und ich habe es immer auf die viele Arbeit geschoben.
Die Gruppe tat gut und wenn ich auch dort sehe, wo das hinführen kann, sehe ich, bei mir ist es noch nicht soweit. Ich werde für MICH kämpfen. Der Parki ist da, aber ich gebe den Ton an. Im November 2016 war ich in Leipzig und habe mir „Mr. Parkinson“ angeschaut, ein Theaterstück. Ich hatte keine Vorstellung, wie das wird.
Es geht darum: Ich kann nicht ohne den Parki, aber auch er nicht ohne MICH. Es war sehr sehr imposant. Es ging voll unter die Haut, super dargestellt. Noch heute bin ich sehr beeindruckt und es hat meine Einstellung zu der Krankheit geprägt. Ich habe vieles in meiner Hand, auch wenn der Parki unberechenbar ist, ist meine Rolle nicht unwichtig.
Nach dem Stück, als ich in meiner Unterkunft angekommen bin, hab ich über das Stück viel nachgedacht. Dabei fiel mir auf, dass ich vieles für die Krankheit in meinem Tageslauf verändert habe. Alles zusammen sah es für mich aus wie ein Haufen Puzzleteile, welche ich nie zusammen bekomme. Ich fing an zu weinen, bis ich irgendwann eingeschlafen bin.
Ich habe das Wochenende in Leipzig für mich genutzt und dann hatte ich es verstanden.
Ich werden den Parki nicht mehr los, aber ER ist ohne MICH NICHTS.
Gisela
Veröffentlicht am
Kategorisiert in Diagnose Verschlagwortet mit

Von teamdopamin

Hallo, wir sind Christoph aus Dortmund und May aus Hamburg. Wir wollen über Morbus Parkinson informieren und aufzeigen, wie vielseitig die Erkrankung und der Umgang damit sein kann – aus der Sicht der Betroffenen selbst. Übrigens: Wir sind beide selbst an Parkinson erkrankt.

guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments